Fassaden-PV verwandelt Gebäudefassaden in aktive Energielieferanten.

Schwarze Fassaden-PV-Module an der MEDICE-Firmenfassade erzeugen effizienten Solarstrom für das Gebäude.

Fassaden-Photovoltaik steht für die innovative Verbindung von erneuerbaren Energien und modernem Gebäudedesign und gilt als Vorzeigeanwendung für nachhaltigen Klimaschutz und technische Originalität. Die Integration von Solarstrommodulen in Gebäudefassaden erschließt bislang ungenutzte Flächen in urbanen, industriellen und kommunalen Kontexten und unterstützt Zielsetzungen wie Energieautarkie, Senkung der Strompreise sowie positive Effekte für das Gebäudemanagement und die Standortattraktivität.​

Ertrag und technische Grundlagen von Fassaden-Photovoltaik

Der Stromertrag von Fassaden-Photovoltaik liegt aufgrund der vertikalen Montage und des nicht optimalen Einfallswinkels grundsätzlich etwa 20 bis 30 Prozent unter dem von Dachanlagen, variiert jedoch stark je nach Südausrichtung, Verschattung, Qualität der Module und Standort. In den Wintermonaten, wenn die Sonne besonders tief steht, produziert Fassaden-PV-Anlagen aber häufig vergleichbare oder sogar höhere Erträge als Dachsysteme. Entscheidend sind die Kombination aus kristallinen Modulen für höchste Effizienz und Dünnschichtmodulen für flexible Flächenintegration sowie die Gebäudelage, Neigung und Verschattungsverhältnisse. Gerade im urbanen Bereich oder bei Bestandsbauten mit suboptimaler Dachausrichtung zeigen sich die Vorteile in der Ausnutzung ungenutzter Flächen.​

Die wirtschaftlichen Kennzahlen sprechen für eine Amortisationsdauer von etwa 8 bis 14 Jahren, abhängig von Dimensionierung, Eigenverbrauchsquote, Förderung und Strompreisniveau. Moderne Anlagen können dank Kombination mit Energiemanagementsystemen und externer E-Mobilitätsverteilung, beispielsweise für Ladepunkte an der Fassade, zusätzlich einen Beitrag zur nachhaltigen Mobilitätswende leisten.​

Rechtliche Voraussetzungen
Die Installation von Fassaden-Photovoltaik unterliegt in Deutschland baurechtlichen Vorgaben, die sich regional stark unterscheiden. Während Dachanlagen meist als genehmigungsfreie Maßnahmen gelten, werden Fassadenanlagen häufig als „wesentliche Änderung der Gebäudegestalt“ eingestuft und sind in den meisten Landesbauordnungen genehmigungspflichtig. Sonderregelungen können für kleinere Anlagengrößen oder bestimmte Gebäudetypen (Gewerbe- oder Industriebauten) bestehen. Für denkmalgeschützte Objekte oder Standorte mit Gestaltungssatzungen sind zusätzliche Anforderungen und Genehmigungen obligatorisch. Es ist wichtig, bautechnische Normen (Glasbau, Brandschutz) zu beachten und sich mit dem örtlichen Bauamt abzustimmen.

In einigen Bundesländern kann die gesetzliche Solarpflicht durch Fassaden-PV erfüllt werden – vor allem im Neubau oder bei umfassenden Sanierungsprojekten, sofern die installierte PV-Fläche und Leistung den Vorgaben genügt. Vor Inbetriebnahme muss die Anlage beim Netzbetreiber angemeldet werden, wobei die korrekte Einspeisung und Vergütung (EEG, Sonstige Förderprogramme) sicherzustellen ist. Ebenfalls relevant sind energetische Anforderungen im Rahmen der Gebäude-Energie-Gesetzgebung und Möglichkeiten zur steuerlichen Abschreibung und Investitionsförderung.​

Herausforderungen und Lösungsansätze
Herausfordernd sind vor allem die höheren Investitionskosten für Montage und technische Integration sowie der geringere Stromertrag pro Fläche im Vergleich zur Dach-PV. Fassadenanlagen erfordern ein sorgfältiges Engineering, damit die statische Integrität, Wärmedämmung und ästhetische Gestaltung des Gebäudes erhalten bleiben. Brandschutz, Gebäudeisolierung und die Integration in bestehende Fassadensysteme (Warmfassade oder Kaltfassade) sind wesentliche Punkte. Im Bestand sind rückgebaute Fassaden oder zusätzliche Unterkonstruktionen häufig nötig, während im Neubau die Integration wirtschaftlicher und baukonstruktiv günstiger realisiert werden kann.​

Ein weiterer Lösungsansatz ist die Kombination mit Dünnschichtmodulen oder gebäudeintegrierter PV, besonders bei komplexen oder architektonisch anspruchsvollen Fassaden. Die Einbindung moderner Energiemanagementsysteme, Batteriespeicher und externer Elektromobilitätsanbindungen kann den Eigenverbrauch steigern und die Wirtschaftlichkeit verbessern.​

Ökonomische und ökologische Vorteile von Fassaden-Photovoltaik

Fassaden-Photovoltaik eröffnet Unternehmen und Kommunen die Möglichkeit, Stromkosten nachhaltig zu senken, Strompreissteigerungen zu begegnen und einen Beitrag zur Energieautarkie zu leisten. Strom aus Eigenproduktion kostet häufig nur rund 8 bis 17 Cent pro Kilowattstunde, während Netzstrompreise für Industrie und Gewerbe seit Jahren steigen. Förderungen wie die Einspeisevergütung nach EEG, regionale Zuschüsse oder steuerliche Vorteile wie Investitionsabzugsbetrag und Sonderabschreibungen verkürzen die Amortisationszeit und steigern die Wirtschaftlichkeit.​

Ökologisch bedeutsam ist die Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks und die ressourcenschonende Ergänzung zum Gebäudekonzept. Fassaden-PV unterstützt die Klimaziele der EU und der Bundesregierung, besonders in dichtbebauten Stadtgebieten mit hohem Energiebedarf. Durch die Erzeugung von „Winterstrom“ mit erhöhtem Ertrag bei tiefstehender Sonne profitieren Fassadenanlagen auch zur Heizperiode, was für Wärmepumpen und Elektromobilität besonders wirtschaftlich ist.​

Vorteile und Nachteile von Fassaden-PV

  • Die Erschließung zusätzlicher, meist ungenutzter vertikaler Flächen ist ideal für Gebäude ohne geeignete Dachflächen und ermöglicht eine nachhaltige Stromproduktion.​
  • Die tief stehende Sonne im Winter sorgt für besonders hohe Erträge. Das ist vorteilhaft, wenn der Eigenbedarf in der dunklen Jahreszeit steigt.
  • Geringe Verschmutzung: Vertikale Anordnung sorgt dafür, dass Schnee, Laub und Schmutz kaum haften bleiben, wodurch der Reinigungsbedarf gering ist.​
  • Integration in das Gebäudedesign (z. B. optische Individualisierung mit Modulfarben oder -formen) und Möglichkeit zur Kombination mit Wärmedämmung und architektonischer Gestaltung.​
  • Option zur Anbindung von Elektromobilitätslösungen direkt am Gebäude, Förderung von Energieautarkie und Standortattraktivität.​
  • Bis zu 20–30 % geringerer Jahresertrag gegenüber optimal ausgerichteten Dachanlagen, abhängig von Standort und Ausrichtung (besonders im Sommer spürbar).​
  • Teilweise erhöhte Investitions- und Installationskosten durch komplexere Montagesysteme sowie bauphysikalische Anforderungen (Integration in die Gebäudehülle).​
  • Die bau- und genehmigungsrechtlichen Anforderungen sind oft umfangreicher als bei Standard-Dachanlagen. Im Bestand ist der Planungsaufwand höher.


Best-Practice: ENTEGRO-Fassaden-PV für Medice in Iserlohn

An der Fassade des Unternehmens Medice in Iserlohn hat ENTEGRO eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 99 kWp auf schwarz eloxiertem Montagesystem installiert – ein Beispiel dafür, wie sich erneuerbare Energien und modernes Gebäudedesign ideal ergänzen.

Zusätzlich haben wir eine leistungsfähige Außenverteilung geliefert, an die künftig bis zu 200 kW Ladeleistung für Elektromobilität angebunden werden. Das bedeutet: nachhaltige Energie direkt vor Ort – für Gebäude und Mobilität.

Photovoltaik-Anlage an der Fassade der Medice-Firmenzentrale:

  • 228 Solarmodule
  • 99,88 kWp Leistung
  • Dadurch optimierte Energienutzung im Unternehmen


Besonderheit:

  • Leistungsstarke Außenverteilung zur Anbindung von Ladeleistung für Elektromobilität
  • Intelligente Ladetechnik mit 200 kW Ladeleistung für die Elektromobilität
  • Dadurch direkte Nutzung der nachhaltigen Energie aus der Photovoltaik-Anlage für die Mobilität der Mitarbeitenden


Gleichzeitig hat das Unternehmen Medice in weitere Photovoltaik-Anlagen investiert, die wir parallel umgesetzt haben:

  • Flachdach-Anlage mit teilweiser Ost/West-Ausrichtung und teilweiser dachparalleler Montage auf Dachflächen mit Trapezblechen mit 441,16 kWp Leistung
  • Freiflächen-Anlage mit 487,08 kWp Leistung


Ergebnis:

  • 389 Tonnen CO₂-Ersparnis jedes Jahr
  • Mehr Unabhängigkeit bei der Energieversorgung
  • Spürbare Reduktion der Energiekosten
  • Optisch ansprechendes Projekt führt zur Imagesteigerung des Unternehmens


Fazit

Fassaden-Photovoltaik ist ein zukunftsweisender Baustein für eine nachhaltige Energieerzeugung in Unternehmen, Kommunen und der Industrie. Sie nutzt eine bislang unterschätzte Ressource, verbindet Energieautarkie mit attraktiven ökonomischen und ökologischen Vorteilen und fördert nachhaltige Mobilität direkt am Gebäude. Bei geeigneter Südausrichtung, korrekter Planung und Integration in moderne Gebäudekonzepte ist der Einsatz von Fassaden-PV sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch lohnenswert. Durch die technologieoffene Einbindung von Elektromobilität und Energiemanagementsystemen werden Organisationen unabhängiger und es wird ein klares Signal für eine innovative Energiepolitik gesetzt.

Mehr zu den den Anlagen von Medice und anderen Industrie-Unternehmen erfahren Sie hier.

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